Bio Wein
Anfangs noch belächelt ist der biologische Weinbau auch in Italien auf dem Vormarsch.
Angetrieben, nicht zuletzt auch um ihre eigene Gesundheit zu erhalten, stellen viele Winzer inzwischen auf Bioweinbau um. Das Ziel ist es das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen und gleichzeitig ehrliche, lebendige und dem natürlichen Terroir entsprechende Weine herzustellen.
Um einen Weinberg von konventionellem Anbau auf biologischen Anbau umzustellen braucht es drei Jahre. Es wird auf chemisch-synthetische Düngemittel verzichtet. Stattdessen wird mit Gründüngung z.Bsp. mit Leguminosen (Hülsenfrüchtlern) gearbeitet um den Boden zu lockern und ihm auf natürliche Weise Stickstoff zuzuführen. Auch die Aussaat von Pflanzen zum Anlocken von Nützlingen vergrößert die Biodiversität. Düngung erfolgt teils zusätzlich mit Hornspänen, Mist und Kräuterpflanzen die in das Erdreich eingearbeitet werden.
Zugelassene Stoffe zur Verhinderung von typischen Rebkrankheiten, wie den echten und unechten Mehltau, sind zum Beispiel Kupfer und Schwefel. Aber auch diese an sich natürlichen Stoffe werden im Bio Anbau in deutlich geringeren Mengen verwendet als im konventionellen Weinbau. Auch bei der Arbeit im Weinkeller gibt es viel zu beachten. So ist der Einsatz von gentechnischen Hefen generell verboten und es werden auch deutlich weniger Eingriffe in den natürlichen Prozess zugelassen.
Biologische Weine unterliegen einer strengen Kontrolle und sind immer zertifiziert. Im Biodynamischen Weinbau wird nach noch strengeren Vorgaben gearbeitet. Grundlage ist die Lehre Rudolf Steiners, die den Weinberg ganzheitlich betrachtet. Alle Arbeiten, wie Aussaat oder Ernte, richten sich nach dem Mondkalender. Der natürliche Einsatz von Präparaten zur Stärkung der Pflanzen und des Bodens ist ein wichtiger Teil des biodynamischen Anbaus. So werden mit Kuhmist gefüllte Hörner zwischen den Reben vergraben, nach einiger Zeit wieder ausgegraben und dann in Wasser aufgelöst und energetisch aufbereitet dem Boden in homöopathischen Dosen wieder zugeführt. Insgesamt kann man sagen, dass das wirtschaftliche Risiko im Bioweinbau höher liegt als im konventionellen. Geschmacklich stehen Bioweine in der Zwischenzeit mit konventionellen Weinen auf einer Stufe und die Natur profitiert von der steigenden Artenvielfalt und dem ausbalancierten Ökosystem.